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Sonntag, 6. Dezember 2015

Unterstützungsmaßnahmen

Zur Unterstützung unseres Kinderwunsches haben wir einiges unternommen. Ob irgendwas davon hilft, keine Ahnung, aber ein gutes Gefühl vermittelt es allemal.

Wir haben unsere Ernährung nahezu vollständig auf Bioprodukte umgestellt, außer zum Mittagessen auf Arbeit, da lässt es sich nicht so leicht umsetzten, denn auf Vorkochen daheim und späteres Aufwärmen habe ich keine Lust. Wenn wir am Wochenende selbst kochen, gibt es maximal einmal Fleisch und mindestens einmal Fisch. Auf einige Lebensmittel wie bspw. Putenfleisch und Süßstoff verzichten wir gänzlich.

Getränke, Joghurt, Öl, Essig versuchen wir nur noch in Glasflaschen zu kaufen, um die Aufnahme von Weichmachern und anderen Schadstoffen zu reduzieren. Deshalb sind wir auch dabei unsere Vorratsdosen von Plastik auf Glas umzustellen. Wenn ich sehe, wie sich mit der Zeit die einzelnen Schichten der Plastik lösen (teure Markenprodukte oder billige Ware lassen da keinen Unterschied erkennen), kann das einfach nicht gesund sein.

Kosmetika kaufen wir teilweise in Bioqualität. Zumindest kommt immer der ToxFox zum Einsatz um abzuklären, ob irgendwelche üblen Stoffe in den Produkten enthalten sind und damit landen wir automatisch oft bei Naturkosmetik.

Frau DINKS:
  • ab und zu Frauenmanteltee (eher unregelmäßig)
  • Folio forte
  • ab und zu alufreies Deo (um die Aluminiumaufnahme etwas zu verringern, ich komme aber nicht ganz weg von meinem Lieblingsdeo -mit Alu-)
Herr DINKS:
  • Orthomol fertil plus (wir reden uns ein es hat einen positiven Effekt)
  • ausschließlich alufreies Deo

Sonntag, 8. November 2015

Wochenrückblick 2. Zyklus

Montag
Meine Mittagspause verbrachte ich in der Kinderwunschklinik. ZT 5 war angesagt und der zweite Versuch des GVnP sollte starten. Da der Ultraschall keine Auffälligkeiten zeigte und die verordneten Präparate im Vorzyklus ihr Wirkung wunschgemäß entfaltet hatten, beschlossen Dr. Pippi und ich alles wie gehabt mit täglich 50 Einheiten Puregon 600 anzugehen.

Dienstag
Ein ganz beschissener Tag. Mein allerliebster Lieblingsonkel hat die Diagnose Bauchspeicheldrüsenkrebs bekommen. Ich wusste sofort was das bedeutet, denn in diesem Jahr war schon jemand aus unserer Familie daran verstorben.

Mittwoch
Eine Dienstreise stand an, zum Glück war ich allein im Auto unterwegs, denn meine Traurigkeit ob der Lage meines Onkels bahnte sich ständig ihren Weg und die Tränen liefen unentwegt.

Abends eine SMS meiner Schwester, dass es vielleicht doch eine andere Diagnose geben könnte. Das ließ mich etwas ruhiger schlafen, auch wenn ich nicht wirklich Hoffnung aufkeimen lassen wollte.

Donnerstag
Auf Arbeit war viel zu tun, so flog der Tag ohne bemerkenswerte Vorkommnisse an mir vorbei.

Freitag
Pünktlich 7:45 Uhr erklomm ich am ZT 9 den Stuhl bei Dr. Pippi. Da ich am Wochenende die Treppe herunter gestürzt war, hatte ich einen mächtig blauen Fleck, der die gesamte rechte Pobacke bedeckte. Am Montag warnte ich Frau Dr. noch vor und nun musste sie schmunzeln, als die das Kunstwerk sah, denn so langsam verfärbt es sich ins lila-gelbliche. Wir plauschten etwas über blaue Flecken und dann betrachtete sie meinen Innenraum.

Die Schleimhaut sei wieder ganz wunderbar aufgebaut. Links konnte sie diesmal keine Follikel finden. Dafür zeigten sich rechts drei Stück (17 mm, 15 mm und ein kleineres). Ich erfuhr, dass wir sie mit 2x50 Einheiten Puregon noch auf 20 mm hochzüchten müssten und ich am Sonntag auslösen könnte. Natürlich musste sie mich noch auf das Risiko einer Mehrlingsschwangerschaft hinweisen, aber das war mir schon bekannt und so konnte ich die Klinik ruck zuck wieder Richtung Arbeit verlassen.

Am Abend erfuhr ich, dass mein Onkel am nächsten Montag an der Bauchspeicheldrüse operiert werden muss und dass es wohl nicht so gut aussieht... Traurigkeit pur.

Samstag
Mein Mann meint am Abend, mit dem Hormon-Zeugs müsse jetzt Schluss sein. Meine Stimmungsschwankungen wären nicht auszuhalten und er wolle seine "normale" Frau wieder zurück.

Ich halte das für übertrieben und kann gar keine Veränderung meiner Gemütslage feststellen. ;-)

Sonntag
Pünktlich 12:00 Uhr habe ich mein Meisterstück als Pharmazieassistentin abgeliefert. Das Bevactid 5000 ist bereit um seinen Weg in meine Speckfalte zu finden. Und da zu zweit alles einfacher geht, darf mein Mann die Spritze setzen und das Gebräu injizieren. Es war gar nicht so schlimm wie gedacht, wir bekommen also auch das reibungslos gebacken.

Mittwoch, 28. Oktober 2015

Hormonfrei

Ich bin nun seit einem Tag wieder hormonfrei und fühle mich auch gleich viel beschwingter und weniger griesgrämig. Aber der Reihe nach. Zunächst hatte ich ein ganz gutes Gefühl, was die Erfolgschancen unseres ersten professionell begleiteten Zykluses anbetraf.

Die Nebenwirkungen der Hormone hielten sich in Grenzen. Gut, ich hatte ein paar Stimmungsschwankungen, mein Gesicht sieht aus wie das einer Pubertierenden, mir war wahlweise zu warm oder zu kalt und ich schlief nachts sehr unruhig, ansonsten lief es aber recht entspannt.

Ich bildete mir ein, im Zeitraum der potenziellen Einnistung sogar etwas im Unterbauch zu spüren. Dass meine Brüste empfindlicher wurden, führte ich jedoch ausschließlich auf die Medikamente zurück.

Im Laufe der letzten Woche vermutete ich aber schon, dass wir auch diesmal wieder keinen Erfolg gehabt hätten. Irgendwie hatte ich es im Gefühl.

Montag stand der offizielle Test in der Klinik an. Da ich das Ergebnis erfahren sollte, während ich auf Arbeit war, wollte ich nicht unvorbereitet sein und testete deshalb bereits am Sonntag daheim. Das Ergebnis des Streifens war unmissverständlich und obwohl ich es bereits geahnt hatte, ging es mir doch näher als gedacht.

Als ich am Montagnachmittag in der Klinik anrief um die Bestätigung zu erhalten, dauerte es erst eine ganze Weile, bis ich jemanden erreichte und dann nochmal ein paar Minuten, bis ich eine Schwester an der Strippe hatte, die mir die Auskunft gab (geben durfte). Sie legte einen bedrückten Tonfall auf und meinte: leider negativ.

Glücklicherweise war ich darauf vorbereitet und nahm es relaxt auf. Wir besprachen noch kurz, dass ich im nächsten Zyklus direkt einen weiteren Versuch starten könnte und vereinbarten, ich soll mich am ersten ZT wieder melden damit es dann in die nächste Runde gehen kann: GvnP 2/3 steht an. Wahrscheinlich analog der bisherigen Verfahrensweise, das werde ich aber mit der Ärztin noch erörtern.

Montag, 12. Oktober 2015

Verlauf des 1. Zykluses

Heute nutzte ich mal wieder meine Mittagspause für einen Besuch in der Kinderwunschklinik. Sieben Tage lang habe ich ganz tapfer je 50 Einheiten Puregon gespritzt (ab dem zweiten Tag sogar ganz allein). Und nun sollte die Ausbeute begutachtet werden.

Der Ultraschall förderte also das Ergebnis zu Tage. Die Schleimhaut hat sich ganz wunderbar aufgebaut und beträgt fast 10 mm. Im linken Eierstock hat sich ein schönes Eibläschen gebildet, welches sich als Springer eignet. Ansonsten waren links und rechts noch ein paar weitere zu erkennen, die aber kleiner waren und somit nicht zur Debatte stehen. Die Hormondosis hat also scheinbar richtig gut gepasst und Nebenwirkungen habe ich keinerlei gespürt.

Dem Auslösen des Eisprungs steht damit nichts im Wege. Vor meinem geistigen Auge kreiste schon die fiese Spritze, aber dann die gute Nachricht: die Schwester würde das Brevactid 5000 heute injizieren. Das nächste Mal wird das wohl mein Mann machen müssen, vorausgesetzt es gibt ein nächstes Mal... Ich wurde entsprechend angelernt und habe die gedruckte Anleitung mit weiteren praktischen Tipps handschriftlich ergänzt. Sicher ist sicher und ich will ja nichts vergessen. #Kontrollfreak

Heute und morgen sind damit sportliche Aktivitäten angesagt und ab Mittwoch muss ich Progestan zur Einnistungsunterstützung nehmen. Am 26.10. steht dann der Termin zur Blutabnahme für den Schwangerschaftstest an.

Dienstag, 6. Oktober 2015

Ein spannungsgeladener Tag

Das war es gestern wahrlich. Mein Termin in der Kinderwunschklinik war für 11:00 Uhr vereinbart. Dann sollte er also losgehen, unser erster hormonstimulierter Zyklus. Bereits am Wochenende verspürte ich deswegen ein Kribbeln im Bauch und je näher der Termin rückte, umso stärker wurde es.

Ich war ganz pünktlich vor Ort und die Ärztin rief mich nach nur fünf Minuten Wartezeit auf. Als ich sie sah, konnte ich mir ein Schmunzeln nicht verkneifen. Wie sie vor mir stand: mit weißer Hose, weißem Poloshirt, weißen Biolatschen und kunterbunten Ringel-Socken. Sie sah aus wie eine Mischung aus Pipi Langstrumpf und Pumuckel (wegen der Frisur).

Nachdem ich mein Fragenbüchlein durchgearbeitet hatte, führte Dr. Pipi noch eine Ultraschalluntersuchung durch, um auszuschließen, dass sich Zysten unserem Vorhaben in den Weg stellen. Es war alles paletti und so ging ich anschließend mit meinem Laufzettel zur Schwester, die mir das Rezept ausstellen und den Pen erklären sollte. Dann kam allerdings das große Erwachen. Als ich den Pen in seiner vollen Gestalt sah. Ahhh, da ist ja eine riesige Nadel dran, die ich selbst einstechen muss. Damit hatte ich nicht gerechnet. Ich dachte, ich würde die Nadel nicht sehen und mich quasi im verdeckten Zustand perforieren. Ich verdrängte das Vorhaben erstmal, nahm noch eine Gebrauchsanleitung mit und wackelte zur Apotheke.

Dort die nächste Überraschung: "Haben sie eine Kühltasche dabei?" Ähm nö, gerade heute habe die mal daheim gelassen, ansonsten hat man sowas ja immer zur Hand... Das war aber kein Problem. Ich bekam ein Leihexemplar für fünf Euro Kaution. Und Alkoholtupfer gab mir die nette Dame auch noch mit. Daran hätte ich ansonsten mit keiner Silbe gedacht.

Nach 1,5 Stunden war mein kleiner Ausflug beendet und ich drudelte wieder auf Arbeit ein. Nun noch schnell die Hormone in den Kühlschrank und dann auf den Feierabend warten. Die nackte Packung wollte ich dem Kollegenkreis dann aber doch nicht präsentieren, schließlich weiß niemand von dem Unterfangen. Also wickelte ich sie in mein Brötchen-Papier vom ortsansässigen Bäcker ein und klebte das Päckchen fest mit Tesa zu. Clever, oder?

Ich nutze die Zeit und befrage meinen Freund Google zu Erfahrungsberichten mit Puregon und verspüre Zuversicht. Nun war ich motiviert alles ruhig anzugehen. Schließlich muss ich erstmal auf die richtige Dosis eingestellt werden und das Thema der übereilten ICSI war damit vom Tisch. Zumindest bis zum nächsten Stimmungsumschwung. :)

Abends halb zehn sollte es dann soweit sein. Etwas zittrig holte ich meine Spritzutensilien aus dem Kühlschrank und bastelte alles streng nach Anleitung zusammen. Dabei fiel mir direkt auf, dass ich zwar sieben Tage lang je 50 Einheiten spritzen soll, aber nur sechs Nadeln in der Packung mitgeliefert wurden. Das Problem kann auch später noch geklärt werden, dachte ich mir, schließlich muss ich das überhaupt erstmal hinbekommen. Ich als ich den Pen in der Hand hielt und auf die Stelle meines Körpers schaute, an der sich die beiden Materien treffen sollten, spürte ich direkt, dass ich mich dazu nicht würde überwinden können. Ich hatte keine Angst vor dem Pieks, aber der Gedanke etwas in mich hinein zu stechen war einfach gruselig. Zum Glück konnte ich meinen Mann überzeugen diesen Teil zu übernehmen und das obwohl er sich zunächst auch nicht vorstellen konnte das zu tun. Als die Nadel erstmal drin war, übergab er mir den Pen und ich erledigte das Abdrücken. 1A Teamwork also.

Mein Gemütszustand am heutigen Tag 1 nach Hormongabe (ZT 5) ist:

  • entspannt (meinen Mann wird es freuen, wenn ich heute Abend heim komme), 
  • zuversichtlich,
  • keine Anzeichen für Nebenwirkungen.
Mal sehen wie es weitergeht.

Sonntag, 4. Oktober 2015

Ich sehe Kinder, überall Kinder

Eine der wenigen angenehmen Nachbarinnen die wir haben ist jetzt aus dem Club der Kinderlosen ausgetreten und schiebt einen Kinderwagen vor sich her.

Meine Arbeitskollegin und gute Freundin hat vor 10 Wochen entbunden. Sie hatte die Diagnose, dass es auf natürlichem Weg nie funktionieren würde und mit dem Wunsch schon fast abgeschlossen, weil sie sich gegen die IVF entschieden hatte. Geklappt hat es auf natürlichem Weg. Mit 37 Jahren, ganz ohne Planung und rein zufällig.

Eine andere Freundin hat Anfang November Entbindungstermin. Auch wenn wir in letzter Zeit nicht viel Kontakt hatten, habe ich mich ihr ganz nah gefühlt, denn ich wusste in ihrer langjährigen Partnerschaft hatte es nicht geklappt mit einer Schwangerschaft. Nun hat sie seit eineinhalb Jahren einen neuen Freund und ist im achten Monat schwanger.

Eine sehr gute weitere Freundin bekam vor drei Monaten ihr drittes Kind. Vollständig geplant, hat der Treffer bereits mit dem ersten Ovulationstest gesessen. Sie wollte es nicht dem Zufall überlassen, denn schließlich war sie zu dem Zeitpunkt schon 30 Jahre alt.

In meiner Volleyballmannschaft sind derzeit auch diverse Zweit- und Drittschwangerschaften zu verzeichnen. Ich will gar nicht alle einzeln kommentieren.

Ohnehin scheint der Trend zum Drittkind zu gehen. Eine Bekannte vom Sport, sie ist bereits ein paar Jahre älter als ich, sieht im Oktober der dritten Geburt entgegen. Das hat mir ihre Zwillingsschwester erzählt, die nach eigener Aussage mit einem Kind vollends zufrieden ist und kein weiteres will.

Als ich meinen Mann kennen lernte und wir das erste Mal über Kinder sprachen, erklärte ich ihm, dass ich drei haben wolle. Für ihn war das ok, wenn er auch bis dahin nur zwei in seinen Gedanken hatte. Unser Haus planten wir ursprünglich deshalb mit drei Kinderzimmern, haben uns dann aber für die Variante mit zweien entschieden. Somit stehen jetzt wenigstens nicht allzu viele Zimmer leer.

Meine Schwester hat mit ihrem Mann und ihrem dreijährigem Sohn eine Woche Urlaub verbracht und festgestellt, wie anstrengend es doch ist sich nonstop um ein Kind und den Mann zu kümmern. So ist sie erstmal von dem Wunsch eines Zweitkindes abgekommen. Sie ist vier Jahre jünger als ich, damit aber eben auch nicht mehr die Jüngste. Sie ist sich sicher gar nicht bewusst, welche Schwierigkeiten sich mit zunehmendem Alter ergeben. Wenn ich einen stabilen Moment habe, gebe ich ihr vielleicht ein paar Infos dazu. Momentan habe ich aber keinen Nerv, mich auch noch um das Leben anderer zu kümmern, denn ich sehe ohnehin nur noch Kinder und außerdem weiß unsere Familie nicht, was bei uns in Sachen Kinderwunsch vor sich geht.

Freitag, 2. Oktober 2015

Es geht los

Nun ist es also doch so weit. Wir wollen nicht tatenlos zusehen, wie die Jahre weiter vorbei rinnen, wir immer älter werden und die Kinderzimmer in unserem Haus immer noch leer stehen. Gut, so ganz tatenlos waren wir nie, aber es hat eben nicht gereicht, um unseren Wunsch zu erfüllen.

Mein 35. Lebensjahr ist angebrochen und da ich schon Anfang September das Gefühl hatte, dass auch dieser Monat keine Schwangerschaft bringt, hatte ich mit der Kinderwunschklinik den weiteren Pfad abgesteckt. Den Oktober wollte ich nämlich direkt nutzen und nun ist es so weit. Für Montag habe ich einen Termin zum Ultraschall vereinbart und dann beginne ich mit meiner ersten Hormonstimulation, quasi zum eingewöhnen.

Das größte Problem stellen dabei die Spritzen dar. Ich kann mich nämlich nicht selbst spritzen und mein Mann hat auch gleich abgewunken, als ich es an ihn delegieren wollte. Die Ärztin hat mir aber versichert, dass würde alles mit einem Pen funktionieren, der eine ganz dünne Nadel hat und das hätte noch jede Patientin hinbekommen...ich bin gespannt.

Die Kosten für die Hormone übernimmt wohl die Krankenkasse. Wo ich die herbekommen weiß ich allerdings noch nicht. Nur die Ultraschallleistungen müssen wir privat begleichen, die belaufen sich auf ca. 30 EUR.

Bei dem Gedanken daran, dass ich am Montag im Wartezimmer sitze und dann der weitere Kinderwunschweg nicht mehr nur durch uns, sondern durch Dritte gestaltet wird, fühle ich mich etwas kribbelig und die Aufregung steigt.

Gedanklich bin ich schon bei den nächsten Schritten. Wahrscheinlich ist das nicht gut, aber ich denke manchmal darüber nach, ob wir nicht direkt auf eine ICSI umschwenken sollen. Ich höre zurzeit einfach die Uhr zu sehr ticken. Um uns herum bleibt kaum noch jemand übrig, der nicht bereits Kinder hat oder schwanger ist. So wird mir ständig vor Augen geführt, dass wir uns in einer Lebensphase befinden, in der nun endlich Ergebnisse her müssen. Natürlich ist mir bewusst, dass es nicht hilfreich ist, aber rational ist eben nicht gleich emotional und Emotionen lassen sich nicht steuern. Deshalb muss mein Körper damit zurecht kommen, was der Kopf vorgibt. Ich hoffe er ist stark genug dafür.

Freitag, 4. September 2015

Kinderwunschklinik und nächster Meilenstein

Heute gibt es einen kleinen Erfahrungsbericht zu unserer Kinderwunschklinik. Wir hatten diese ganz bewusst ausgewählt, obwohl sie sich 60 km von unserem Wohnort entfernt befindet. Ein Grund war, dass die beiden Kliniken, die deutlich näher sind, im Internet sehr schlechte Kritiken bekommen haben. Außerdem befindet sich unsere jetzige Klinik in der Stadt, in der ich auch arbeite. Das ist sehr praktisch, um Termine wahrnehmen zu können. Da ich grundsätzlich Gleitzeit auf Arbeit habe, kann ich schnell mal meine Mittagspause verlängern bzw. variabel legen und bin ganz flexibel.

Ursprünglich sah unser Plan vor, dass wir uns im Oktober wieder mit der Klinik zwecks des weiteren Verfahrens in Verbindung setzten. Nachdem auch der letzte Eisprung keine Schwangerschaft gebracht hat, verlor ich etwas die Geduld und entschied doch schon eher nach einem Termin zu fragen. Ich versuchte es mit einem Anruf gestern Nachmittag 16:00 Uhr, da sprach jedoch nur eine Stimme vom Band zu mir; ich riefe außerhalb der Sprechstunde an. Die war übrigens bis 16:00 Uhr. Die Damen halten es wirklich streng mit dem Feierabend. Also versuchte ich es heute morgen direkt noch einmal. 7:30 Uhr, so hatte mir die Stimme erklärt, wäre wieder jemand für mich zu erreichen, so war es auch. Die Schwestern sind immer sehr freundlich und so auch diesmal. Ich bekam einen Termin für Montag 11:15 Uhr. Ich finde es super, dass es möglich ist so kurzfristig Termine zu bekommen. Damit hatte ich gar nicht gerechnet. So geht nun alles noch schneller als gedacht.

Die letzten beiden Male, als ich dort war, musste ich relativ lange warten, bis ich dran kam. Ich hoffe diesmal wird sich das nicht so hinziehen. Die Atmosphäre in den Räumlichkeiten ist zwar sehr angenehm, aber es zehrt an den Nerven, besonders wenn es um die Auswertung von Befunden geht.

Bisher habe ich zwei Ärztinnen kennengelernt. Eine relativ Junge, die erst vor einigen Monaten in der Klinik angefangen hat und eine sehr Erfahrene. Bei einer der beiden bin ich auch am Montag wieder, ich habe aber ganz vergessen zu fragen, bei welcher. Mit den Untersuchungs- und Beratungsleistungen sind wir (soweit wir das einschätzen können) bisher zufrieden.

Jetzt geht es aber ans Eingemachte. Ich bin ganz gespannt, was auf uns zukommt und wie wir damit umgehen.

#leichteNervositätmachtsichbreit

Mittwoch, 22. Juli 2015

Projektplan

Ich liebe planvolles Vorgehen; noch mehr natürlich wenn der Plan dann auch funktioniert, aber das liegt diesmal nicht allein in meinen Händen...

Mit dem Auswertungstermin in der KiWu-Klinik am 15.7. hat sich ein eben solcher ergeben und ich bin deshalb froh gestimmt was den weiteren Verlauf angeht. In erster Linie ging es um das Ergebnis der Durchlässigkeitsprüfung. Hier kann ich vermelden, dass der linke Eileiter super funktioniert und das Kontrastmittel flüssig durchlief. Auch der rechte Eileiter konnte die Flüssigkeit transportieren, allerdings etwas mühsamer. Dies war für mich und auch die Ärztin eher überraschend. Nachdem ich vor einigen Wochen erfahren hatte, dass zumindest noch ein Teil des EL vorhanden ist, konnte ich jedoch nicht mit seiner Leitfähigkeit rechnen. Die Ärztin hatte dafür auch keine Erklärung, es gibt halt solche Fälle. Was auf der einen Seite erfreulich erscheint, ist auf der anderen unter Umständen aber auch problematisch, da das Risiko einer weiteren EL-Schwangerschaft damit nochmal erhöht ist. Sollte dies passieren, so riet mit die Ärztin unbedingt darauf zu drängen den EL komplett entfernen zu lassen. Die meisten Kliniken tun sich damit wohl äußerst schwer, aber man dürfe da nicht locker lassen. Ansonsten wird es wohl mit jedem Versuch, bei dem das Ei auf der rechten Seite springt risikobehafteter.

Als der diagnostische Teil abgeschlossen war, gingen wir dann dazu über zu überlegen, wie wir weiter verfahren könnten. Gemeinsam haben wir folgende Vorgehensweise herausgearbeitet.

Da sich organisch keine negative Diagnose in Sachen Kinderwunsch ergeben hat, nutzen wir den Sommer, um es weiter auf natürlichem Weg zu probieren. Wenn ich im Herbst meinen 34. Geburtstag gefeiert habe und dann noch immer kein Erfolg zu vermelden ist, vereinbaren wir einen Termin in der Klinik.

Zunächst werden wir dann mit Eistimulation starten und falls sich damit auch nichts tut mit der Sameneinspülung weiter machen. So wie ich das verstanden habe, wird wohl beides zum Großteil von der Krankenkasse gezahlt. Mit den finanziellen Details und dem Antragsverfahren werden wir uns aber erst beschäftigen, wenn es soweit kommen sollte. Wir nagen zwar nicht am Hungertuch, aber unsere Ersparnisse haben wir bisher für andere Dinge (Rücklage Haus, Urlaub, Ersatzbeschaffungen jeglicher Art...) verplant.

Das klingt für mich nach einem gangbaren Weg. Mein Mann sieht das glücklicherweise genau so und wir befinden uns nun in
Phase 1.

Jetzt fühle ich mich auch weniger schwer belastet, denn wir haben nicht nur einen Plan B, sondern auch einen Plan C. Erst wenn beides nicht funktioniert, müssen wir uns mit dem Thema ICSI oder IVF beschäftigen. Vor beidem scheue ich mich im Moment noch sehr und hoffe nicht in die Situation zu kommen darüber entscheiden zu müssen. Vieles was ich bisher an Erfahrungsberichten dazu gehört und gelesen habe, möchte ich ungern mitmachen. Aber warten wir einfach mal ab was sich ergibt. Ich will schließlich nicht mehr alle Eventualitäten im Voraus durchdenken und mich dadurch unnötig kirre machen.

Samstag, 18. Juli 2015

Eileiterdurchlässigkeitsprüfung HyCoSy

7.7.2015
Heute hatte ich einen Termin in der Kinderwunschklinik, um die Durchlässigkeit meines noch intakten Eileiters zu prüfen. Da das ganze Unterfangen nur 20 Minuten dauern sollte, schob ich es als verlängerte Mittagspause ein. Insgesamt sollte das keine große Sache sein und ich war ganz relaxt. Nachdem ich jedoch den Aufklärungsbogen gelesen hatte, wurde mir doch etwas mulmig. Darin wurde einem geraten danach nicht mehr Auto zu fahren und auch keine schwerwiegenden Entscheidungen zu treffen. Ich ließ mich überraschen. Im Zweifel müsste ich halt mit dem Bus zurück zur Arbeit.

Als ich nach einiger Wartezeit dann endlich an der Reihe war, stellte ich zunächst fest, dass mein mitgebrachtes Handtuch zu klein ist. [Wer kann denn schon damit rechnen, dass es zum um die Hüfte wickeln benötigt wird?] Nun gut, dann endlich rauf auf den Stuhl, den Frau schon vom Gynäkologen kennt. Die Ärztin und die Schwester waren beide super nett und haben mir alles erklärt. Zuerst musste die Gebärmutter in Stellung gebracht werden, mit so einer Art Zange, genauso wie beim Frauenarzt. Somit weiß ich nun endlich, was da unten immer so hantiert wird. Das war mir bisher nämlich noch nicht ganz klar. Zweiter Schritt, Gebärmutter etwas abwaschen. Das sollte sich etwas kalt anfühlen. Ich habe davon nix weiter gemerkt. Als nächstes das Einführen des Mini-Katheders, das könnte etwas pieksen, auch davon war nichts zu spüren. Als dieser im Anschluss fixiert wurde, nahm ich das als minimalen Druck wahr.
Anschließend wurde das Kontrastmittel eingespritzt. Das fühlte sich tatsächlich etwas unangenehm an, in etwa wie Regelschmerzen. Im Ultraschall war zu sehen, dass es durch den linken Eileiter wunderbar durchfloss. Und auch der rechte, eigentlich nicht mehr intakte, wollte nicht klein beigeben. Sowohl die Ärztin als auch ich waren erstaunt, dass sich das Mittel auch dort durchwurschtelte. Soweit ist also alles in Ordnung. Zum formalen Auswertungsgespräch muss ich in ein paar Tagen nochmal hin. Das ganze Unterfangen war nach 10 Minuten erledigt und ich konnte direkt wieder auf Arbeit gehen. Die angebotene Krankschreibung benötigte ich nicht.

Mittwoch, 15. Juli 2015

Schlechte Neuigkeiten an der Schwimmerfront

14.6.2015
Es ist nun schon ein paar Tage her, als wir am 27.5. zur Auswertung in der Kinderwunschklinik waren. Zunächst wurden unsere Blutwerte analysiert, inkl. Hormone. Bei mir war alles im normalen Bereich und bei meinem Mann auch. Nur das Hormon Prolaktin war bei ihm ganz leicht erhöht, was aber wohl auch bei zwei anderen Männern an diesem Tag der Fall gewesen sei, so dass hier von einer Verunreinigung im Labor ausgegangen werden kann. In den letzten 10 Jahre zumindest hatte die Ärztin keinen Fall und so war es doch recht ungewöhnlich, dass plötzlich so eine Häufung auftrat. Die Ergebnisse der genetischen Untersuchung ergaben, dass alles im Lot sei. Nur leider kam die schlechte Nachricht dann doch noch. Das Spermiogramm meines Mannes wies sehr schlechte Werte auf (OAT III). Es würden wohl mindestens 20 Mio. Spermien benötigt, bei ihm konnten nur 4 Mio. gezählt werden. Und auch die Anzahl verformter Freunde war höher als normal. Die Ärztin meinte, dass sei merkwürdig, da er ja schon zwei Schwangerschaften gezeugt habe. Sollten die Werte damals auch schon so schlecht gewesen sein, wäre das zwei Mal wie ein Sechser im Lotto gewesen. [Na ja, das Thema Sechser im Lotto - negativer Seits - kennen wir bereits und hätten es nun auch mehr als genügend ausgereizt. An Glücksspielen im eigentlichen Sinn brauchen wir uns nach dieser Diagnose also nicht mehr beteiligen.]

Um mögliche Ursachen für diesen Befund abzuklären, muss ein zweites Spermiogramm erstellt werden und mein Mann sollte den Urologen aufsuchen. Nach einigen Recherchen im Internet, war klar, dass in den meisten Fällen keine körperlichen Ursachen vorliegen und vermutlich Stress, Infekte, Impfungen etc. das Bild beeinflussen. So genau weiß das aber niemand. Wir fanden bei der Recherche ein Mittelchen (Orthomol plus), was die kleinen Freunde agiler und stärker machen soll. Das besteht aus Nahrungsergänzungsmitteln und wurde prompt zu einem stattlichen Preis von 100 EUR für drei Monate bestellt. ["Von nichts kommt schließlich auch nichts" oder "was nichts kostet ist auch nichts".]

Erstaunlich schnell bekam mein Mann einen Termin beim Urologen. Die Auswahl wurde anhand von Empfehlungen im Internet getroffen und hat sich im Nachhinein auch bewährt. Vor zwei Tagen war es soweit. Wenn Männer zu dieser Art Arzt müssen, ist die Dramatik schon vorprogrammiert und die Anspannung über das Ergebnis tat ihr Übriges. Letztlich konnte Entwarnung gegeben werden. Es liegen keine körperlichen Ursachen, wie Krampfadern, Krebs oder Ähnliches vor. Zu Orthomol plus hatte er auch eine Meinung, es schadet zwar nichts, nützt aber auch nichts. [Also gut, es gilt manchmal auch, "was viel kostet ist auch nichts".] Den Einzigen Rat, den der Urologe hatte: "weiter Sport machen".

Da ich just an diesem Tag meinen Eisprung über den Ovulationstest bestimmt hatte, setzten wir den Rat auch direkt in die Tat um.

In anderthalb Wochen steht nun das zweite Spermiogramm an, mit direkter anschließender Auswertung. Da mehr als sechs Wochen zwischen diesem und dem ersten liegen, könnten sich schon Veränderungen zeigen, falls es sich nur um einen Ausrutscher handelte.

Dienstag, 14. Juli 2015

Hoffnungsschimmer #1

1.5.2015
Seit Sonntag letzter Woche hatte ich leichte Blutungen. Am ersten Tag war es hellrote Blutung und danach dunkle. Ein paar Recherchen ergaben, dass es zeitlich und bei hellroter Blutung durchaus Nidationsblutung sein könnte. Als sie am nächsten Tag dann aber dunkel war, war mir fast klar, dass es diese nicht sein kann. Insgesamt hielt das 5 Tage an, bis ich heute nun die normale Regelblutung bekommen habe. Zur Sicherheit hatte ich am Donnerstag einen STest gemacht, der erwartungsgemäß negativ ausfiel.
Am Mittwoch diese Woche waren wir in der Kinderwunschklinik. Mein Mann hat Flüssigkeiten für diverse Tests abgegeben und ich noch ein paar Befunde nachgereicht, die die Frauenärztin für mich zusammengesucht hatte. Sie hat es auch für gut befunden nach Chemnitz und nicht nach Dresden zu gehen, denn dort ist der Ruf wohl zu recht nicht so gut. Ich bin gespannt, wie es weiter geht.

Montag, 13. Juli 2015

Erstgespräch KiWuK

15.4.2015
Wir haben 2 Monate ausgesetzt mit der Kinderthematik, weil wir einen schönen Urlaub geplant hatten. Da dieser jetzt aber vorbei ist, geht es wieder los. Heute hatte ich den Termin für das Erstgespräch in der Kinderwunschklinik. Ich sollte eine halbe Stunde vorher da sein, weil die Unterlagen ausgewertet werden mussten, welche ich im Vorfeld ausgefüllt hatte. Die Atmosphäre vor Ort war sehr angenehm. Mir wurde der Ablauf erklärt und dann wartete ich auf das Gespräch mit der Ärztin. Dabei wurde ich zunehmend aufgeregter, denn es ist eine sehr ungewohnte Situation, ich wusste gar nicht was auf mich zukommt.

Die Ärztin befragte mich dann vor allem zur Totgeburt und ob wir die Ursache dafür kennen. Dabei kam auch zur Sprache, ob wir eine Chromosomenuntersuchung bzw. genetische Beratung haben machen lassen. Dies war damals seitens der Ärzte jedoch gar kein Thema, so dass wir das wir diese nicht hatten machen lassen. Sie meinte, eine Ursache für das Versterben in so einem späten Stadium könne u.a. das Turner-Syndrom sein. Da die meisten Mädchen mit dieser Chromosomenanomalie nicht lebend auf die Welt kämen und es äußerlich nicht zu erkennen sei. Um auszuschließen, dass meine Chromosomen und die meines Mannes zu solch einem Syndrom führen, riet sie mir zu einer Genanalyse. Schließlich soll auch vermieden werden, dass bei einer möglichen Schwangerschaft wieder so etwas passiert, falls das der Grund gewesen ist.

Als Erfolgsziel für die Beratung in der Klinik haben wir uns darauf verständigt, dass alles körperliche gecheckt werden soll, um Gewissheit zu haben, ob es organische Ursachen für das Ausbleiben der Schwangerschaft gibt. Hierfür wurde mir eine Menge Blut abgenommen. Analysiert werden damit wie gesagt die Gene, Entzündungswerte etc. Die Auswertung wird dann mit meinem Mann gemeinsam in 4 Wochen erfolgen. Hierfür muss er auch noch u.a. sein Blut abgeben.

Außerdem hatte ich die Ein-Eierstockproblematik angesprochen. Die Ärztin erklärte gemäß Befund sei mir nur ein Teil des rechten Eierstocks entfernt worden. Ich war hingegen immer der Meinung es sei der gesamte gewesen. Letztlich ändert das aber nichts, denn der Eileiter kann seine Funktion nicht mehr erfüllen und die Monate in denen der rechte Eierstock das Ei absondert, kommen nicht für eine Schwangerschaft in Frage. Da das Ei nicht zum linken Eileiter transportiert oder von diesem abgeholt wird. Deshalb ist per se die Chance bei uns schon geringer. Jedenfalls ist es mir wichtig zu wissen, ob der linke Eileiter durchgängig ist, denn das könnte ansonsten wieder zu einer Eileiterschwangerschaft führen oder das Kinder bekommen ganz verhindern. Hierzu gibt es eine Möglichkeit beim Ultraschall, dabei kann es aber sein, dass der Arzt nicht alles genau sehen kann. Sollte das so sein, würde nur eine Bauchspiegelung unter Vollnarkose zu Gewissheit führen. Dann aber mit allen damit verbundenen Risiken. Momentan will ich das glaube ich eher nicht. Na mal sehen, ob noch eine Untersuchung erfolgt, womit schon durch die Variante 1 etwas geklärt werden kann. Zuerst gilt es die Auswertung der Blutwerte abzuwarten.

Am Abend habe ich dann einen Ovutest gemacht, da die App einen grünen Zeitraum prognostizierte. Dieser war auch tatsächlich positiv und so haben wir alles nötige in die Wege geleitet. Nun heißt es wieder abwarten.

Samstag, 11. Juli 2015

Neue Etappe Kinderwunschklinik

3.März 2015
Für den aktuellen und den letzten Zyklus haben wir erstmal eine Pause eingelegt. Wir entschieden uns dafür, unserer weiteren Leidenschaft, dem Urlaub nachzugehen und keine unnötigen Risiken einzugehen. Somit werden wir erst im April wieder ins Geschäft einsteigen.

Damit wir dann keine Zeit mehr verlieren, haben wir uns bereits jetzt um einen Termin in der Kinderwunschklinik bemüht. Ich hatte im Internet nur negative Erfahrungsberichte über die beiden Dresdner Institutionen gelesen. Vor allem werde man nicht so zuvorkommend behandelt, wenn man keine teuren Privatleistungen in Anspruch nehme. Da wir vermutlich solch ein Fall wären, habe ich keine Lust mich darüber zu ärgern.

So entschieden wir es in Chemnitz zu versuchen. Im Internet war einiges Positives zu lesen und auch die Erfahrungen einer Freundin hatte ich noch als gut in Erinnerung.
Der telefonische Kontakt heute zur Terminvereinbarung für ein Erstgespräch war sehr angenehm, auch wenn sich die Terminfindung etwas schwierig gestaltete. Praktisch ist, dass ich dort auch von der Arbeit aus mal eben vorbeischauen kann und somit deutlich flexibler bin, als ich es in Dresden wäre. Der erste Termin wird dadurch zwar ohne meinen Mann stattfinden, dass ist aber nicht so schlimm. Dafür sind bereits einige Unterlagen zusammenzusuchen
Blutgruppennachweis
sämtliche Befunde
Versicherungskarte
Überweisung vom Gynäkologen
und ein umfangreicher Fragebogen auszufüllen.

Mittwoch, 8. Juli 2015

Neues Jahr und hoffentlich neues Glück beim Kinderwunsch

3. Februar 2015
Nach unserem größten Schicksalsschlag im Frühjahr 2014 (über den ich noch gesondert schreiben werde), probieren wir nun seit Mitte 2014 zum dritten Mal wieder herum, um unseren Kinderwunsch zu erfüllen. Als Hilfsmittel hatten wir bisher nur eine App zur besseren Zyklusüberwachung und Bestimmung der fruchtbaren Tage eingesetzt. Da dies bei der zweiten Schwangerschaft gut funktioniert hatte, waren wir auch diesmal guter Dinge. Im Dezember erzählte mir eine Freundin dann von einem Ovulationstest, der bei ihr bewirkt hat, dass es innerhalb eines Monats klappte. Mit dieser Möglichkeit hatte ich mich bis dahin noch gar nicht auseinandergesetzt, wollte es sodann aber auch gleich ausprobieren. Erster Versuch Dezember: 1,5 Testpackungen verbraucht, aber es konnte kein LH-Anstieg festgestellt werden. Also habe ich im Dezember scheinbar keinen ES gehabt.

Da das neue Jahr nur besser als das alte werden kann: im Januar der nächste Versuch. Zum ersten Mal fühlte ich mich auch im Kopf wieder etwas befreiter. Ich hatte nochmal recherchiert, ab wann man konkret die neue Periode rechnet. Da ich meist leichte Schmierblutungen habe, war ich mir nicht ganz sicher, den richtigen Zeitpunkt bestimmt zu haben.

Am 19.1. begann ich mit dem Ovutest (die App zeigte 20.-22. als möglichen ES an) und siehe da, direkt einen Treffer gelandet. Natürlich wusste ich nicht, in welchem Eierstock dieser stattfindet. Denn da ich nur noch einen Eileiter habe, spielt das auch noch eine Rolle. Welche, ist aber nicht ganz klar, da die Funktion des Eileiters aus wissenschaftlicher Sicht nicht eineindeutig geklärt ist. Einige Meinungen behaupten, man könne ganz ohne Eileiter schwanger werden, andere sagen: nur wenn der Eierstock auf der Seite mit intaktem Eileiter produziert. Und wieder andere vertreten die Auffassung, dass ein Eileiter "wandern" und sich das Ei auch vom "fremden" Eierstock abholen kann.

Nach dem positivem LH-Test wuchs unweigerlich die Hoffnung, dass es nun tatsächlich klappen könnte. Am Samstagabend dann die erste Ernüchterung, ich hatte ganz leichte Blutungen festgestellt. Meine Gedanken dazu: selbst wenn es geklappt haben sollte, scheint die Einnistung Probleme zu machen. Ein SS Test zeigte natürlich ein negatives Ergebnis, da es ja auch noch viel zu früh war. So recherchierte ich am Sonntag was es mit der Blutung auf sich haben könnte. Schließlich wurde mir auch etwas mulmig, nicht dass es sich wieder um eine ELS handelt. Da las ich aber, dass es zwischen 8.-10. Tag zu Einnistungsblutungen kommen kann, die viel leichter sind als die Menstruation. Also wieder ein kleiner Hoffnungsschimmer. Nun ist aber schon Dienstag und ich habe immer noch die leichten Blutungen. Am Donnerstag wäre ohnehin der nächste Fälligkeitstag, also der erste Zeitpunkt, an dem ein SS-Test überhaupt zuverlässige Ergebnisse liefern würde. Die Zeichen deuten aber eher auf ein negatives Ergebnis hin.

Ich hatte in einem Blog gelesen, in dem eine zweifache Mutter über ihre Odyssee beim dritten Kinderwunsch berichtete, den Zysten, Entzündungen etc. erschwerten und die schließlich Hilfe in einer Kinderwunschklinik fand.

Da künstliche Befruchtung und Hormonbehandlungen aus meiner Sicht nicht infrage kommen, war ich bisher der Meinung, dass so eine Klinik nichts bringe. Nach diesem Erfahrungsbericht werden wir aber doch mal einen Termin zur Beratung vereinbaren.

6. Februar 2015
Am Dienstag setzte dann stärkere Blutung ein, die sich jedoch am Donnerstag wieder abschwächte. Kein typischer Verlauf meiner Periode und so testete ich zur Sicherheit am Freitag morgen nochmal. Das Ergebnis war eindeutig negativ.

Neues Jahr bedeutete also doch nicht direkt neues Glück.

Sonntag, 21. Juni 2015

2. Schwangerschaft - Vorgeschichte und 1. Trimester

Nach der Eileiterschwangerschaft hatte ich in Abstimmung mit meinem Mann das Thema Kind erstmal auf Eis gelegt. Grund war eine berufliche Perspektive, die sich mir für 15 Monate ergab. Die Bedingung war jedoch, dass ich  bis zum 31.12.2013 dafür uneingeschränkt zur Verfügung stünde.

Zu der Zeit hatte ich noch keine Problematik darin gesehen für ein Jahr auszusetzen. Beim ersten Versuch hatte es bereits nach kurzer Zeit geklappt und so würden wir es einfach so timen, dass ich pünktlich ab 2014 in meine Auszeit einsteigen könnte. Rückblickend betrachtet erschreckt mich diese naive Vorgehensweise sehr und ich ärgere mich, dass ich den Beruf vor die Familie gestellt habe. Ich kann nur jedem davon abraten so zu entscheiden. Karrierechancen können sich zu jeder Zeit ergeben, dafür sollte man das Persönliche einfach nicht hinten an stellen. Rückgängig machen kann ich das leider nicht mehr, aber trotzdem könnte ich mich phasenweise dafür ohrfeigen.

Wir starteten also Anfang 2013, ich weiß nicht mehr wann genau, mit unserem Plan. Zunächst stellte sich kein Erfolg ein und nach einer Weile wurde es ein wenig belastend, sich nach der Zyklus-App zu richten. Als ich schon fast die Nerven verlor, hielt ich dann doch am 23.9. einen positiven Test in der Hand. Die Freude und die Erleichterung waren riesig. Vier Tage später hatte ich ohnehin einen Termin beim Frauenarzt und so passte das wunderbar.

Am 25.9. stellte ich direkt nach dem Aufstehen aber Blutungen fest und bekam sofort Panik. Also setzte ich meinen Mann ins Bild und machte mich gleich 7:00 Uhr auf zur Ärztin, die nur fünf Minuten entfernt ihre Praxis hatte. Die hielt mir erstmal eine Predigt, wann ich denn hätte kommen wollen, wenn ich es schon seit zwei Tagen wüsste. Als ich auf meinen "Ohnehin-Termin" hinwies, war sie aber besänftigt. Doch prompt erfolgte die zweite Standpauke, als ich ihre Frage nach GV in den letzten Tagen mit "ja, vor drei bis vier Tagen" beantwortete. Das könne wohl eine Ursache für Blutungen sein. Das soll nun jemand wissen; zumindest ich hatte davon keinen Schimmer.

Beim Ultraschall sah sie eine Fruchthöhle und leichte Ablösungen an der Schleimhaut, durch welche die Blutungen verursacht wurden. Ich bekam Utrogest und strikte Bettruhe verschrieben, sollte fortan in wöchentlichem Rhythmus wieder vorbei schauen und um Gottes Willen keinen GV in den nächsten Wochen haben.

Die ersten paar Tage daheim genoss ich noch die viele Freizeit. Da ich jedoch nur die nötigsten Wege erledigen durfte und ansonsten die Couch hütete, bekam ich nicht nur Rückenschmerzen, sondern auch große Langeweile. Körperlich plagte mich aber vor allem Appetitlosigkeit. Ich konnte nur noch ausgewählte Dinge essen und so gut wie nichts Riechen ohne, dass mir sofort übel wurde, auch wenn ich mich nie übergeben musste. Ich nahm somit bis zur 12. Woche zwei Kilo ab und war so schlank, wie (vermutlich) das letzte Mal mit 15 Jahren. Meine Haut im Gesicht war dafür besser als je zuvor, wahrscheinlich ein positiver Nebeneffekt des Utrogest.

Ansonsten entwickelte sich alles prima. Ich konnte nach der 12. Woche endlich wieder arbeiten gehen. Und hatte mich schon richtig danach gesehnt andere Gesichter zu sehen und mein Hirn anzustrengen. Ich bettelte förmlich darum. Die Ärztin meinte, medizinisch spreche nichts dagegen, aber die meisten würden sie eher wegen einer Berufsunfähigkeitsbescheinigung so anflehen wie ich, wieder auf Arbeit gehen zu wollen.

Aufgrund der strikten Bettruhe verschoben wir einen geplanten Städte-Wochenendtrip, den wir nach der 12. Woche nachholen konnten.

Am 22.11. stand das Ersttrimester-Screening an. Meine Ärztin hatte mir empfohlen es in der Uniklinik durchführen zu lassen (hinter wusste ich auch warum: ihr Sohn ist dort OA auf der Gyn). Ich war nervös und hatte deshalb etwas zu hohen Blutdruck. Grundsätzlich habe ich immer zu niedrigen und beim Arzt aufgrund der Aufregung damit normalen. Deshalb machte ich mir keine Gedanken deswegen. Das Screening zeigte einen ganz normalen Befund. Es war alles bestens. Irgendein Wert, ich weiß gar nicht mehr welcher, hatte den einer 16 Jährigen (ich war damals 31), also alles tutti paletti. Ich hatte nur ein erhöhtes theoretisches Risiko für zu hohen Blutdruck im späteren Schwangerschaftsverlauf.