Montag, 2. Mai 2016

22. bis 27. Woche

In den letzten Wochen habe ich wenig geschrieben, weil es so richtig Spannendes gar nicht zu berichten gab. Seit die Halbzeit geschafft ist, scheinen die Wochen nur so zu verfliegen. Ein Grund dafür sind diverse Sortier- und Aufräumaktionen, die ich mir schon lange vorgenommen, während der Arbeit aber nie Muße dazu hatte. Außerdem habe ich vor vier Wochen mit einem Vorbereitungskurs für das Cambridge Certificate in Advanced English angefangen. Auch dafür blieb bisher nie Zeit. Neben dem wöchentlichen Kurs muss ich daheim einiges tun, denn Sprachen lernen war nie meine Stärke und schließlich will ich den Test bestehen. Dieser ist zwar erst im Dezember, so viel Zeit wie jetzt werde ich aber wohl im zweiten Semester nicht haben.

Nun zu den Baby-Themen. Das Ergebnis des Bluttests von meinem Allgemeinarzt stand noch aus. Telefonisch informierte er mich, dass ich zu wenig rote Blutkörperchen hätte und am besten einmal täglich ein Eisenpräparat zu mir nehmen soll. Dieses hatte ich von meiner Frauenärztin bereits vorsorglich verschrieben bekommen und musste somit nur noch mit der Einnahme starten. Ansonsten waren die Laborergebnisse völlig in Ordnung.

Auch unser zweites Treffen mit der Hebamme fand statt. Zu meinem zeitweisen Herzrasen meinte sie, es könne auch mit dem Herzschlag des Kindes zusammenhängen, da man diesen während des zweiten Trimesters teilweise deutlich spürt. Des Weiteren sprachen wir kurz über die Auswahl der Geburtsklinik. Aufgrund des deutlich besseren Stillmanagements empfahl sie uns das KH 2 dem KH 3 vorzuziehen. Anschließend stellte sie uns noch ein Tragetuch und ein Tragesystem vor, so dass wir uns einen ersten Eindruck verschaffen konnten. Wir wollen nämlich unbedingt viel tragen. Momentan bevorzugen wir das Tragesystem. Das hat zwar den Nachteil, dass wir es erst nutzen können, wenn das Würmchen ein paar Wochen alt ist, aber wir werden in der ersten Zeit einfach den Kinderwagen vermehrt zum Einsatz bringen.

Körperlich ging es mir die letzten Wochen ziemlich gut.
  • Ab und zu habe/hatte ich leichte Rückenschmerzen, die hatte ich an genau der selben Stelle aber auch schon vor der Schwangerschaft. 
  • Das Ziehen im Unterleib hat sich fast vollständig verflüchtigt, wahrscheinlich trägt die erhöhte Magnesiumdosis dazu bei. 
  • An Durchschlafen ist nachts aufgrund des obligatorischen Badbesuchs zwar nicht zu denken, aber mit den neuen Liegepositionen habe ich mich gut arrangiert. Die zweite Nachthälfte verbringe ich dann zumeist im Gästezimmer, weil ich immer etwas Zeit benötige, um wieder in den Schlaf zu finden. Ein Buch oder englische Podcasts helfen aber ganz gut und glücklicherweise muss ich morgens zu keiner bestimmten Zeit aufstehen. So ist alles recht entspannt.
  • In Sachen Essen verspüre ich einen enormen Heißhunger auf alles Schokoladige, ersatzweise auch anderen Süßkram. Während ich früher nur ganz selten zu Schokolade gegriffen habe, ist mir aktuell jede Form in rauen Mengen recht. Im Sinne der Gesundheit versuche ich mich zwar einzuschränken, aber wenn die Sachen im Haus sind fällt das durchaus schwer.
  • Bis heute habe ich fünf Kilogramm seit Beginn der Schwangerschaft zugenommen und bin mit der Gewichtsentwicklung ganz zufrieden. 

Mittwoch, 20. April 2016

Klinikcheck

Wo entbinden? Diese Frage stellt sich uns bereits eine ganze Weile und wir müssen langsam eine Entscheidung treffen. Das Krankenhaus indem ich das letzte Mal war, war super und hat auch einen guten Ruf. Aber eigentlich soll diesmal alles anders werden und deshalb auch eine andere Klinik her.

In der Nachbargroßstadt gibt es drei Alternativen, welche eine Kinderklinik beinhalten und noch diverse andere ohne eine solche Station. Nummer eins, der Platzhirsch ist aber keine Option bei einer normalen Geburt, da das Patientenaufkommen dort riesig ist und nur die komplizierten Fälle angemessene Beachtung finden.

Die anderen beiden Krankenhäuser haben wir uns in den letzten Wochen ebenso angeschaut, wie ein weiteres mit sehr gutem Ruf, aber leider ohne Kinderklinik. Hier der Checkliste zur Entscheidungsfindung.

KH 1 (Geburt ab der 34. Woche)
pro:
+ ca. 1.500 Geburten p. a. und damit viel Erfahrung, sehr guter Ruf
+ permanent zwei Hebammen anwesend
+ Kinderklinik direkt im Haus
+ Möglichkeit zur Buchung Familien-, Einzelzimmer, aber nur sofern verfügbar
+ Storchenparkplätze direkt vorm Haus

contra:
- Dusche nicht auf dem Zimmer, sondern auf dem Gang
- Dreibettzimmer bei Kaiserschnitt, Zweibettzimmer bei Spontangeburt
- Toilette nur in einem von drei Kreißsälen integriert und dort auch nur mit Vorhang abgetrennt
- Ausstattung der Kreißsäle bereits etwas antiquiert
- Anfahrt (mind. 30 Minuten) und Parkplatzsuche bei längerer Parkdauer schwierig
- Wohlfühlatmosphäre wollte sich bei der Besichtigung nicht einstellen

Fazit:  Wir fühlten uns dort nicht wohl, ausschlaggebend war vor allem die Toilettensituation der Kreißsäle und die teilweise altertümlich anmutende Ausstattung. Warum dort so viel Frauen entbinden (auch uns bekannte) können wir nicht nachvollziehen.

KH 2 (Geburt ab der 34. Woche)
pro:
+ drei Kreißsäle mit moderner Ausstattung inkl. abgetrennter Toilette und Dusche
+ jedes Zimmer mit integrierter Nasszelle
+ Buchung Familienzimmer, sofern verfügbar, Einzelzimmer wird aber scheinbar so gut wie immer möglich gemacht
+ Kinderärzte kommen aus KH 3 und haben damit viel Erfahrung
+ problemlose Anfahrt (ca. 20 Minuten) und Parkmöglichkeiten unkompliziert auf dem Gelände
+ super herzliche Atmosphäre, fast schon familiär (ca. 700 Geburten p.a.)
+ auf natürliche Geburt ohne Hilfsmittel (Schmerzmittel etc.) wird viel Wert gelegt
+ Hüftultraschall bei U2, ggf. auch vor Entlassung bei ambulanter Geburt
+ ambulante Geburt möglich, auch kurzfristige Aufenthaltsverlängerung kein Problem
+ kostenlose Nabelschnurblutspende

contra:
- Kinderarzt nur bis 20:00 Uhr im Haus, danach Rufbereitschaft
- keine Kinderklinik vorhanden, Verlegung in KH 3 u.a. bei stärkeren Atemproblemen mit Baby-Rettungswagen notwendig, aber direkte Mitverlegung der Mutter angestrebt
- Hebammenschlüssel mit einer bis zwei pro Schicht etwas schlechter als in KH 1 dafür aber auch weniger Geburten

Fazit: Wir fanden die Klinik super. Alles machte einen guten Eindruck, das Personal war sehr bemüht und freundlich. Unsere Sorgen bezüglich der fehlenden Kinderklinik konnten durch geduldige Antworten nahezu zerstreut werden.

KH 3 (Geburt ab der 29. Woche)
pro:
+ ca. 1500 p. a. Geburten und damit viel Erfahrung
+ Kinderklinik auf der selben Etage
+ drei Kreißsäle mit moderner Ausstattung inkl. abgetrennter Toilette und Dusche
+ Familienzimmer wird jedem Elternpaar ermöglicht
+ Hüftultraschall bei U2
+ ambulante Geburt möglich, kurzfristige Entscheidung nach der Geburt kein Problem
+ kostenlose Nabelschnurblutspende
+ ständige Anwesenheit von zwei bis drei Hebammen und mehrere Hebammenschüler
+ Storchenparkplatz und Anfahrt direkt bis ans Gebäude, Fahrzeit ca. 25 Minuten

contra:
- Atmosphäre hat uns nicht ganz so überzeugt wie in KH 2, auch wenn sie gut war

Fazit: Negatives konnten wir bei dieser Klinik nicht feststellen. Einzig die Tatsache, dass sie uns emotional nicht ganz so abgeholt hat, wie KH 2 lässt uns derzeit noch überlegen wo wir uns anmelden sollen. Die Wochenbettstation hatten wir uns erst gar nicht angeschaut, weil uns der Kreißsaalbereich bereits überzeugt hat. Auch dort wären wir aber sicher gut aufgehoben.

Wie also nun entscheiden Emotionalität vor Rationalität? Für mich als nicht sonderlich emotionalen Menschen eigentlich keine Frage, wenn da nicht die Hormone wären... :) Im Rennen bleiben jedenfalls nur KH 2 und 3.

Donnerstag, 14. April 2016

Große Arztrunde

Heute hatte ich einen Kontrolltermin bei der Frauenärztin und der Zuckertest stand an. Das Getränk an sich fand ich nicht besonders widerlich, aber je länger ich warten musste, um so mehr sehnte ich mich nach etwas Herzhaften. Nach einer Stunde durfte ich endlich in den Untersuchungsraum und berichtete von meinen Wehwehchen. In letzter Zeit habe ich nämlich immer mal starkes/hartes Herzklopfen und dabei etwas Atemnot. Komischerweise tritt das meist im Sitzen auf und nicht, wenn ich mich körperlich angestrengt habe. Um das checken zu lassen, stellte mir Frau Doktor eine Überweisung zum EKG beim Allgemeinarzt aus.

Danach ging es auf die Liege zum Ultraschall mit dem neuen (Test-)Gerät. Neben der Messung des Bauchs ergaben sich auch bei der Sichtung des Fruchtwassers und des Gebärmutterhalses gute Ergebnisse, mit denen die Ärztin total zufrieden war. Der Krümel saß gerade und knabberte am Arm. Das Bild gefiel ihr so gut, dass ich davon gleich ein Paar Ausdrucke mitbekam.

Das nächste Mal darf ich mich in vier Wochen wieder vorstellen. Sie bot mir zwar an bereits in zwei Wochen vorbeikommen zu können, aber so lange ich keine Beschwerden habe, sehe ich dafür keine Notwendigkeit.

Mit der Überweisung in der Hand stiefelte ich direkt ein paar Meter weiter zum Allgemeinarzt, um mir einen Termin für das EKG zu holen. Dort war wie immer die Hölle los und das Wartezimmer brechend voll. Die Arzthelferin erkannte mich sofort (sie ist eine ehemalige Mitschülerin aus meinem Abi Biologe-LK) und bot mir an direkt da zu bleiben. Trotz des großen Patientenaufkommens musste ich gar nicht lange warten und das EKG wurde geschrieben. Zehn Minuten später durfte ich auch schon zum Arzt herein. Beziehungen zahlen sich manchmal ganz gut aus...
Das EKG war unauffällig nur der Ruhepuls etwas hoch, aber noch in der Norm. So richtig ließ sich daraus nichts ableiten, so dass der Doc noch eine Blutuntersuchung zur Bestimmung der Schilddrüsenwerte anordnete. Dafür muss ich in den nächsten Tagen nochmal vorbeischauen.

Da sich im selben Haus eine Kinderärztin befindet schneite ich dort direkt mal rein, um zu fragen ob sie uns für die U2 annehmen würden. Aufgrund meines Planes, eine ambulante Geburt zu versuchen, bräuchten wir dann einen Arzt der die Untersuchung durchführt. Die Voraussetzung des Wohnortes konnte ich schonmal erfüllen. Am Tag der Geburt sollte mein Mann direkt anrufen und einen Termin zu vereinbaren. Leider hat die Praxis aber vom 18.7. bis 5.8. geschlossen. Sollte die U2 in diesen Zeitraum fallen, würde ich sie wohl doch lieber im Krankenhaus mitmachen lassen, um nicht noch auf die Suche nach einem anderen Arzt gehen zu müssen. Ein weiteres Manko ist, dass der Hüftultraschall in der Praxis erst bei der U3 durchgeführt wird, im Krankenhaus jedoch schon bei der U2. Da wir uns in einem Risikogebiet für Hüftdysplasie befinden, hat sich wohl herausgestellt dass es besser ist, dies direkt bei der U2 zu untersuchen, um keine Behandlungszeit zu verlieren. Tja, sollte damit die ambulante Geburt doch an Pluspunkten verlieren?

Als letzte Station der Arztrunde führte mich mein kleiner Spaziergang durch die Stadt noch zum Zahnarzt. Ich hatte in den letzten Wochen verschwitzt einen Termin zur Vorsorge zu vereinbaren und erledigte das heute direkt vor Ort. Da meine liebe Zahnärztin und Ex-Nachbarin aktuell selbst in Elternzeit ist, werde ich in zwei Wochen ihre Vertretung testen. Momentan habe ich keine Beschwerden und so gehe ich davon aus, dass alles in Ordnung sein wird.