Freitag, 4. September 2015

Kinderwunschklinik und nächster Meilenstein

Heute gibt es einen kleinen Erfahrungsbericht zu unserer Kinderwunschklinik. Wir hatten diese ganz bewusst ausgewählt, obwohl sie sich 60 km von unserem Wohnort entfernt befindet. Ein Grund war, dass die beiden Kliniken, die deutlich näher sind, im Internet sehr schlechte Kritiken bekommen haben. Außerdem befindet sich unsere jetzige Klinik in der Stadt, in der ich auch arbeite. Das ist sehr praktisch, um Termine wahrnehmen zu können. Da ich grundsätzlich Gleitzeit auf Arbeit habe, kann ich schnell mal meine Mittagspause verlängern bzw. variabel legen und bin ganz flexibel.

Ursprünglich sah unser Plan vor, dass wir uns im Oktober wieder mit der Klinik zwecks des weiteren Verfahrens in Verbindung setzten. Nachdem auch der letzte Eisprung keine Schwangerschaft gebracht hat, verlor ich etwas die Geduld und entschied doch schon eher nach einem Termin zu fragen. Ich versuchte es mit einem Anruf gestern Nachmittag 16:00 Uhr, da sprach jedoch nur eine Stimme vom Band zu mir; ich riefe außerhalb der Sprechstunde an. Die war übrigens bis 16:00 Uhr. Die Damen halten es wirklich streng mit dem Feierabend. Also versuchte ich es heute morgen direkt noch einmal. 7:30 Uhr, so hatte mir die Stimme erklärt, wäre wieder jemand für mich zu erreichen, so war es auch. Die Schwestern sind immer sehr freundlich und so auch diesmal. Ich bekam einen Termin für Montag 11:15 Uhr. Ich finde es super, dass es möglich ist so kurzfristig Termine zu bekommen. Damit hatte ich gar nicht gerechnet. So geht nun alles noch schneller als gedacht.

Die letzten beiden Male, als ich dort war, musste ich relativ lange warten, bis ich dran kam. Ich hoffe diesmal wird sich das nicht so hinziehen. Die Atmosphäre in den Räumlichkeiten ist zwar sehr angenehm, aber es zehrt an den Nerven, besonders wenn es um die Auswertung von Befunden geht.

Bisher habe ich zwei Ärztinnen kennengelernt. Eine relativ Junge, die erst vor einigen Monaten in der Klinik angefangen hat und eine sehr Erfahrene. Bei einer der beiden bin ich auch am Montag wieder, ich habe aber ganz vergessen zu fragen, bei welcher. Mit den Untersuchungs- und Beratungsleistungen sind wir (soweit wir das einschätzen können) bisher zufrieden.

Jetzt geht es aber ans Eingemachte. Ich bin ganz gespannt, was auf uns zukommt und wie wir damit umgehen.

#leichteNervositätmachtsichbreit

Sonntag, 30. August 2015

#NullBockaufsowas

Es ist jetzt Sonntag 9:41 Uhr und ich habe Zeit zum Schreiben. Das ist im Allgemeinen doch recht ungewöhnlich. Normalerweise sitzen wir um diese Zeit am Frühstückstisch und danach stehen diverse Putzarbeiten an. Nicht so heute. Ich habe bereits um 7:19 Uhr das Bett verlassen, um dem frisch gesäten Rasen ein Schlückchen Wasser zukommen zu lassen, mit meinem Mann gefrühstückt und das Bad geputzt. Warum wir heute aus dem Trott ausgebrochen sind, dazu folgt jetzt eine lange und ausschweifende Abhandlung.

Zu Beginn warne ich euch vor, ihr Mütter und Väter, die ihr jetzt vielleicht interessiert zu lesen beginnt. Ihr werdet euch vermutlich angegriffen fühlen und mich bereits nach der Hälfte des Posts mit einem Shitstorm belegen. Also hört lieber direkt auf zu lesen und widmet euch den schönen Dingen des Lebens.

Doch wenn ich schon nach außen immer so beherrscht bin, dann will ich wenigstens hier, auf meinem Blog, mal richtig vom Leder ziehen dürfen.

Das Drama nahm bereits vor einigen Wochen seinen Lauf, als uns einer unserer vielen Lieblingsnachbarn offerierte, es gäbe ein Straßenfest und unser Grundstück würde sich mittendrin befinden, so dass wir natürlich eingeladen wären. Bravo, das ist genau unser Ding.

Zum Verständnis: Wir wohnen in einem neu erschlossenen Wohngebiet, was vor allem Familien mit Kindern auserkoren haben, um sich ihren Traum vom Haus zu erfüllen. Denn bei dem aktuell niedrigen Zinsniveau kann sich scheinbar jeder und ich meine wirklich JEDER ein Haus leisten.

Wir haben also unseren direkten Nachbarn, nennen wir ihn mal Herrn Labertasche. -Ich habe nichts zu sagen, quatsche dich aber trotzdem von der Seite an, schließlich habe ich bestimmt, dass wir per du sind.- Wahlweise könnten wir ihn auch Herrn Großgrundbesitzer nennen. -Ich kaufe 1500 qm Land, bin damit der King, habe aber kein Geld mehr die Einfahrt zu pflastern oder Bäume für das Großanwesen zu kaufen, denn die sind ja soooo teuer.-

Aber ich beginne abzuschweifen. Natürlich hat er Kinder, hat schließlich jeder hier.

Die Kinder der Labertasche sieht man allerdings selten, denn wozu das Grundstück nutzen und mit den Kindern spielen, es ist doch bequemer sie im Haus zu halten. Das große Kind Heul-Trute und das kleine Kind Mini.* Herr Labertache also ist der Organisator der Festivität. Gemeinsam mit Herrn und Frau Amisch inkl. Blondschopf-Kind.*

Dann gibt es noch die Räuchers, die qualmen sich durch ihr korpulentes Leben mit den Kindern Kevin und Lucius.* Schichtzuschläge machen es auch für diese Menschen möglich sich ein Haus leisten zu können ohne dabei auf die täglichen Flaschen Bier verzichten zu müssen.

Die Baumeisters, sie werkeln seit über zwei Jahren an ihrem Heim und sind immer noch nicht fertig, auch mit zwei Gören, Ariell und Dario.

Dann sind noch die Maulwurfs*. Da schau her, die haben (bisher) tatsächlich nur ein Kind, sitzen mit diesem aber am liebsten auf der Straße zum Spielen, vermutlich weil Nachmittags der Garten in der prallen Sonne liegt. Oder gibt es sonst noch Gründe auf Asphalt zu sitzen?

Familie Lüfter*, die mögen wir tatsächlich sehr gern, besteht zur Zeit noch aus zwei Erwachsenen, wird sich aber in den nächsten Tagen in ein Dreiergespann verwandeln.

Nicht zu vergessen Opis*, er um die 70 Jahre alt, sie so ca. 40 Jahre, mit Zwillingen, die die zweite Klasse besuchen, bis abends 11 Uhr durchs Wohngebiet toben, nur angeschrien werden und sämtliche Erziehung vermissen lassen.

Und zu guter letzt Familie Puschi; mit Vater Puschi, der am liebsten Oberkörperfrei durch die Straßen läuft, Frau Puschi, die versucht ihre Blondheit durch braune Haarfarbe wegzufertigen und zwei Kindern (7 und 1,5 Jahre alt).*

*Die Namen verfremde ich leicht (aber wirklich nur leicht), nicht dass sich hier noch jemand wiedererkennt.

Das ist die Gemengelage. Alle haben bereits Kinder oder welche in Aussicht und es gibt nur eine begrenzte Anzahl an Nachbarn, die geistig mit uns auf einer Wellenlänge liegen. Und nein, hier schreibt nicht die verbitterte Alte, die nicht in der Lage ist ein eigenes Kind auszutragen. Die meisten Nachbarn fand ich tatsächlich bereits doof, als wir dachten wir würden uns auch bald Eltern nennen dürfen.

Mit denen allen sollte ich also ein fröhliches Straßenfest feiern. Mit Bier (was wir nicht trinken), Billigfleisch zum Grillen (was natürlich nicht Bio ist, weil viiiiel zu teuer) und Gesprächsthemen wie diesen.

{Na Ariell, wie war der Schulanfang, hast du dich über die tolle Hüpfburg gefreut, die extra gemietet wurde, damit deine Eltern die Räuchers mit ihrer mickrigen Partydeko zu Kevins Schulanfang übertrumpfen?}

{Wie gefällt es dir denn in der Schule Kevin, hast du schon Freunde gefunden?}

{Und Frau Lüfter, was wird es denn? Habt ihr das Kinderzimmer schon eingerichtet?}

{Ach, da haben Opis Kinder den Fußball wieder gegen die Hauswand von den DINKS geschossen, so sind Kinder nun mal.}

{Die Mini sieht ja so süß aus in ihrem rosa Kleidchen, wo habt ihr das denn her? Herr Labertasche: Das haben wir geschenkt bekommen. Genauso wie den Briefkasten, die Wassertanks und die drei Pflanzen, mit denen wir unseren Garten so toll gestaltet haben. Das Pflastern der Einfahrt und die restlichen Dinge, müssen aber warten. Also nächstes Jahr wird das noch nix.}

{Hey Bob Baumeister, hast du noch ein Bier? Klar doch Räuchermann, hier hast du es. Wo ist denn der Öffner? Den brauche ich nicht, ich nehme einfach die Tischkante.}

{Also dem kleinen Maulwurf geht es gar nicht gut, der röchelt in letzter Zeit nachts immer so. Oh, dass ist aber schlecht, mein kleines Puschi Kind hat auch Beschwerden. Ich war beim Arzt und der meinte, es seien noch Blockaden von der Geburt. Wir machen jetzt immer schön Gymastik. Versucht ihr das doch auch mal.}

Ich könnte hier noch endlos weiter schreiben, aber irgendwann wird es langweilig.

Also echt jetzt, auf sowas haben wir keine Lust, so gar keine. Was sollen wir denn da? Interesse heucheln oder uns durch wortloses Dabeisitzen zum Außenseiter machen (obwohl, wir das vermutlich ohnehin schon sind)?

Wir genießen unsere Wochenenden und gestalten sie gern so, wie es uns gut tut. Diese Festivität zählte garantiert nicht dazu und so blieben wir fern. Machten uns einen schönen Tag in der nahe gelegenen Großstadt und schlugen uns die Bäuche voll. Erst mit einem riesigen Eisbecher und dann bei Vap++no. Bevor wir ganz romantisch der Sonne beim Untergehen zusahen. Gegen 22 Uhr trauten wir uns nach Hause zurück. Es wurde natürlich noch ordentlich gefetet. Die Kinder spielten und die Alten tranken.

Nicht zu vergessen der Frühschoppen am heutigen Morgen. Damit wären wir beim Ausgangspunkt meiner kleinen Erzählung. Ich musste zeitig raus, um der ganzen Meute beim ersten Morgen-Bier zu entgehen. Die Reste des gestrigen Tages sollten schließlich nicht umkommen.

Montag, 24. August 2015

Es gibt solche und solche +++ Arbeitgeber

Eine Woche nach der Entbindung stand ein zweitägiges Seminar im Rahmen des besagten Förderprogramms an. Und da mein Karriereherz trotz des ganzen Übels im Vorjahr kräftig weiter schlug und ich es als Chance für Abwechslung sah, trabte ich dort halb verheult und wohlgemerkt in meiner Freizeit an.

Eine starke Frau lässt sich halt nicht unterkriegen. Dafür bekam ich prompt den nächsten Nackenschlag. Einige Tage später steckte mir eine gaaanz liebe Kollegin, dass es dem Oberboss aufgestoßen sei. Zum Seminar könne ich kommen, ansonsten melde ich mich aber nicht und überhaupt, wie gehe es denn weiter, wann wollte ich mal wieder arbeiten kommen.

Hallo, hallo, haaaallo... Der hat wohl den letzten Schuss nicht gehört oder was? [Entschuldigt bitte die derbe Ausdrucksweise, aber wenn ich daran denke läuft mir direkt wieder die Galle über.] Ich hatte ihm gegenüber immer mit offenen Karten gespielt und jetzt wird blöde getan, weil ich die Mutterschutzfrist in Anspruch nehme...

Treubrav wie ich bin, denn er ist nun einmal der Oberboss, wartete ich noch ein paar Tage, damit nicht auffiel von wem ich den Tipp hatte und vereinbarte einen Gesprächstermin mit ihm. Das Gespräch lässt sich recht kurz zusammenfassen:

blablabla
Oberboss: "Wann planen Sie wieder zu kommen?"
Ich: " Ich befinde mich gerade in der gesetzlichen Mutterschutzfrist. Wenn die vorbei ist, komme ich im Juli wieder." [Ich hoffte, damit hatte er gerafft was hier Phase ist.]
blablabla
Oberboss: "Also wenn sie weiterhin mit dem Kinderthema planen, dann sollten sie es aber zeitnah tun."
Ich: [SCHLUCK] "Ja, ok."
blablabla und tschüss

Ich spare mir meinen Gedanken zu dem Gespräch hier zu kommentieren. Ich denke jeder (halbwegs empathische Mensch) kann sich vorstellen in welche Richtung die gingen. Der Oberboss und ich hatten schon ein paar Begegnungen der besonderen Art, aber das setzte dem ganzen die Krone auf.

          +++                                                                 +++                                                          +++

Im Juli 2014, nach Ablauf der Mutterschutzfrist stieg ich wieder ins Arbeitsleben ein. Im Vorfeld gab es eine Abstimmung mit dem Personalbereich und ich war ob der zielführenden Vorschläge für den weiteren Verlaug des Förderprogramms sehr überrascht. Das hing wahrscheinlich damit zusammen, dass sich diesmal nicht die Chefin persönlich darum kümmerte.

Eine neue/angepasste Vereinbarung sollte ich in absehbarer Zeit bekommen.

Nach mehrmaligen Quengeln bei verschiedenen Stellen sollte es im Juni 2015 (!) dann auch endlich soweit sein. Mittlerweile hatte ich übrigens schon den dritten "Ausbildungsabschnitt" angetreten. Ich wies bei dem ganzen Prozedere immer darauf hin, dass bitte auch die bereits absolvierten Bereiche in der Vereinbarung berücksichtigt werden sollen. "Na klar, kein Problem, das ist doch selbstverständlich." hieß es immer.

Nun, die Vereinbarung, die ich vor einigen Wochen vorgelegt bekam, enthielt diese natürlich. NICHT. Ich merkte das an und daraufhin hieß es "Ja, so sei es vorbereitet gewesen, aber der Vorstand (Boss und Oberboss) unterschreibe nichts Rückwirkendes.

[Aha, nee klar, das merkt ihr jetzt schon.] Ich kochte innerlich fast über. Meine Stimmung sank, der Tonfall wurde rauer, aber das kennt die Personalleiterin (eine Schande, dass ich sie so betiteln muss) von mir schon. So versuchte sie abzuwiegeln mit dem Hinweis, alles (was auch immer das ist) zur Ausbildung sei in der Personalakte dokumentiert und ich müsse ihr [ausgerechnet] da einfach mal vertrauen, dann natürlich geht das alles nicht verloren.

Dabei blieb mir, zum Glück nur fast, die Spucke weg. [Ich soll vertrauen, ausgerechnet ihr?] Und eine schnippische Bemerkung ließ sich beim besten Willen nicht zurückhalten.

Ich unterschrieb erstmal nix und sackte das Papier an.

Um die Wogen zu glätten, versuchte die Hexe mir noch Honig um den Mund zu schmieren "wie gut ich doch aussehe und ich schiene mich nach dem letzten Jahr wieder prima erholt zu haben... Wir hätten uns ja bis jetzt etwas aus den Augen verloren..."

[Eine Frechheit] Ich sah zu, dass ich Land gewann und wegkam.

Muss ich mir sowas wirklich bieten lassen? Es ist unglaublich, wie mit Mitarbeitern, die stets loyal und leistungsbewusst agieren, umgegangen wird. Und das ist leider überhaupt kein Einzelfall bei uns im Unternehmen. Diesmal habe ich es live mit erlebt und mittlerweile den Glauben an ein Quäntchen Gutes bei einigen Personen vollends verloren.